AGA-Report Nr. 287

20. Februar 2018

Exporte

2018: Anhaltende Nachfrage nach Exportkreditgarantien erwartet – gut gefüllte Projektpipeline

Die deutsche Exportwirtschaft boomt. Nach vorläufigen Zahlen erreichte der Außenhandel 2017 mit 1,3 Billionen Euro ein Rekordergebnis. Wie wird sich vor diesem Hintergrund die Nachfrage nach den Exportkreditgarantien entwickeln?  

Edna Schöne, verantwortliches Vorstandsmitglied für das Bundesgeschäft bei Euler Hermes: „Die Nachfrage nach Exportkreditgarantien hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die reine Exportstatistik allein ist nicht entscheidend, denn ca. zwei Drittel des deutschen Exports geht nach Europa, also kein primärer Absicherungsmarkt für die Exportkreditgarantien. Auch die Liquidität im Markt spielt eine Rolle für die Frage, ob Exportkredite gebraucht werden. Verschiedene Indikatoren weisen auf weiterhin hohe Liquidität im Markt hin, was die Nachfrage nach Exportkreditgarantien etwas dämpfen könnte. Wir starten allerdings in das Jahr mit einer höheren Pipeline an beantragten und grundsätzlich zugesagten Exportgeschäften als im Vorjahr. Insbesondere der Bestand an Grundsatzzusagen ist in den letzten Quartalen gestiegen. Das spricht für eine sehr stabile Nachfrage nach Hermesdeckungen im laufenden Jahr. Allerdings handelt es sich dabei um einige größere Projekte und Geschäfte mit sehr langen Vorlaufzeiten, sodass nicht sicher prognostizierbar ist, ob sie sich 2018 realisieren. Auch ist der internationale Wettbewerb gerade um großvolumige Projekte sehr hoch. Dies macht eine präzise Prognose des zu erwartenden Geschäftsvolumens sehr schwierig. Was wir aber aus heutiger Perspektive sagen können ist, dass wir für Exporte in die Golfstaaten gutes Potenzial sehen und mit einem steigenden Neugeschäft rechnen. Die Eröffnung unseres Hermesdesk in Dubai hat sich als goldrichtig erwiesen.“

Doch nicht nur in der Golfregion, auch für Geschäfte nach Russland, Brasilien, in die Türkei wie auch für die Region Subsahara-Afrika erwartet Schöne eine steigende Nachfrage nach staatlicher Absicherung und ECA-Finanzierungen.

Exportkreditgarantien und Investitionsgarantien: Im Dialog mit der Wirtschaft

Am 7. Juni 2018 findet im Bundeswirtschaftsministerium die Veranstaltung „Im Dialog mit der Wirtschaft – Exportkreditgarantien und Investitionsgarantien der Bundesrepublik Deutschland“ statt. 

Die Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Gesprächsplattform für Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Verbänden etabliert. Dabei geht es vor allem um die Herausforderungen für die deutsche Export- und Investitionsbranche im aktuellen politischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld sowie die Weiterentwicklung der staatlichen Förderinstrumente.

 Neben Verantwortlichen aus dem Bundeswirtschaftsministerium sowie dem Bundesfinanzministerium, nehmen an der Veranstaltung auch zahlreiche hochrangige Vertreter aus der Wirtschaft teil. Impulsvorträge kommen u.a. von Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Dr. Johannes-Jörg Riegler, Vorsitzender des Vorstandes der BayernLB und Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands sowie Martina Koederitz. Als Global Industry Managing Director leitet sie bei IBM den Bereich Industrial and Automotive.

Hermesdeckung? Legendär! 

Gimme Shelter: Wer wissen möchte, was die Rolling Stones und die Exportkreditgarantien des Bundes gemeinsam haben – hier gibt’s die Antwort:

OECD-Länderrisikoeinstufungen: Drei Aufsteiger und ein Absteiger – Iran jetzt in Kategorie 5

In ihrer Sitzung am 24. und 25. Januar 2018 haben die Experten der OECD turnusmäßig die Länderrisiken von 40 Staaten in Europa, der GUS-Region sowie im Mittleren Osten und Nordafrika neu bewertet.

Im Vergleich zu den bisherigen Einstufungen haben sich folgende Veränderungen ergeben:

Land Kategorie bisher
Iran 5 6
Kroatien 4 5
Oman 4 3
Weißrussland 6 7

Die neuen Ländereinstufungen gelten seit dem 2. Februar 2018 und wurden bereits in das deutsche Deckungssystem übernommen. Die Länderklassifizierung ist ein Parameter bei der Berechnung des Entgelts.

Die nächste Sitzung der OECD-Länderrisikoexperten findet im Juni 2018 statt. Im Mittelpunkt stehen dann Asien sowie die Länder des südlichen und östlichen Afrikas.

AGA-Portal: Neue Länderseiten

Den Anfang machten die Vereinigten Arabischen Emirate und Russland. Und die Reise geht weiter. Jüngst wurden auf agaportal.de die neugestalteten Länderseiten für Ägypten, Griechenland, Oman, Türkei, Vereinigte Staaten sowie Weißrussland freigeschaltet.  

Leicht verständlich und auf einen Blick finden dort Exporteure und Banken nicht nur Wissenswertes zur Deckungspolitik und Deckungspraxis, sondern auch umfangreiche länderspezifische Informationen. Auch die Höhe des Entgelts, die der Deckungsnehmer zu zahlen hat, wird anhand einer Beispielrechnung dargestellt.  

Die neuen AGA-Länderseiten bieten einen echten Mehrwert und sind ein unerlässliches Tool für alle, die in diesen Ländern wachsen wollen.