AGA-Report Nr. 288 

22. März 2018

Exporte

Bring your project to … – „Mehr Expertise auf einen Schlag geht kaum 

„Bring your project to …“ – ein weiteres Mal hat sich das innovative Veranstaltungsformat zum Thema Hermesdeckungen als echtes Zugpferd erwiesen. Mehr als 100 Teilnehmer kamen am 1. März in Hamburg zusammen und erörterten anhand konkreter Beispiele, wie sich Vorhaben in der MENA-Region umsetzen lassen. Veranstaltet wurde „Bring your project to the MENA-Region" von Euler Hermes in Zusammenarbeit mit dem Nah- und Mittelost-Verein.

Felix Brücher, Leiter des Beratungsaußendienstes über den Erfolg der Veranstaltungsreihe und wie der Bund Exporteure bei der Absicherung und Finanzierung ihrer Auslandsgeschäfte unterstützen kann.

Was ist das Besondere an dem Format „Bring your project to …“

Bei „Bring your project to …“ wird nicht im luftleeren Raum diskutiert, sondern anhand konkreter Projekte erörtert, wie und in welcher Form sich diese realisieren lassen.
Länder-, Risiko-, Produkt- und Finanzierungsspezialisten sowie Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums stehen den Exporteuren und Banken als Gesprächspartner zur Verfügung. Mehr Expertise auf einen Schlag geht kaum.

  

Welche Fragen brennen den Exporteuren und Banken insbesondere unter den Nägeln?

Das Themenspektrum ist breit gefächert und reicht von der Funktionsweise des Instrumentariums über das Handling, die Förderungswürdigkeit und risikomäßige Vertretbarkeit von Geschäften bis hin zur Finanzierung und zu ganz spezifischen Fragen der Strukturierung einzelner Projekte.

Welches Ziel verfolgt „Bring your project to …“?

Bei „Bring your project to …“ steht die individuelle Problemlösung im Vordergrund. Um den Fragen und Bedürfnissen der Teilnehmer gerecht zu werden, können diese bereits im Vorfeld der Veranstaltung ihre Bedürfnisse, Anliegen und Fragen über eine interaktive App-basierte Plattform  bei den Experten platzieren. Bei der eigentlichen Veranstaltung geht so keine Zeit verloren. Stattdessen geht es gleich in medias res. Das Ergebnis ist eine zielgerichtete und auf die speziellen Kundenbedürfnisse und Kundenfragen abgestimmte Diskussion.

Um was für Geschäfte ging es konkret? Können Sie uns hier Beispiele nennen?

Wir haben auf der Veranstaltung einige sehr konkrete Geschäfte beispielsweise in Ägypten besprochen, die mittlerweile dem Bund vorgestellt und auch schon positiv entschieden wurden.

An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Energie teil. Inwieweit kann der Bund den Exporteuren helfen, diese Geschäfte zu
realisieren?

Wesentlich sind hier die Exportkreditgarantien des Bundes. Sie schützen den Exporteur davor, auf unbezahlten Rechnungen sitzenzubleiben. Mit einer Hermesdeckung überträgt der Exporteur das Risiko eines Forderungsausfalls zum größten Teil auf den Bund.

Darüber hinaus erleichtern Hermesdeckungen auch die Finanzierung eines Geschäfts. Vor allem Kunden in Schwellen- und Entwicklungsländern fragen häufig schon zu Beginn des Ausschreibungsverfahrens ganz offensiv und gezielt nach Finanzierungsmöglichkeiten. Mit einer Hermesdeckung steigen für den Exporteur die Chancen deutlich, den Zuschlag zu bekommen. Schließlich lässt sich bundesgedecktes Geschäft wesentlich leichter und zu attraktiveren Konditionen finanzieren als Geschäfte ohne staatliche Rückendeckung.

Nach „Bring your project to Africa“  im September des vergangenen Jahres nun „Bring your Project to the MENA-Region“. Wird es weitere Veranstaltungen dieser Art geben?

Auf jeden Fall. Das Format kommt bei unseren Kunden extrem gut an. Aktuell planen wir gemeinsam mit einigen IHKs bundesweit ähnliche Veranstaltungen.

Die Chancen internationaler Märkte nutzen: Das
Markterschliessungsprogramm des BMWi weist den Weg ins Ausland

Der Bund unterstützt auf vielfältige Art und Weise kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) auf ihrem Weg ins Ausland. Neben traditionellen und etablierten Außenwirtschaftsförderinstrumenten wie den staatlichen Exportkreditgarantien spielt das Markterschließungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums für KMU dabei eine wichtige Rolle.

„Informieren“, „Erkunden“, „Präsentieren“ und „Kontaktieren“ – das sind die vier Säulen, auf denen das seit 2012 bestehende Programm fußt. Das Angebot umfasst Informationsveranstaltungen in Deutschland ebenso wie Markterkundungs- und Geschäftsanbahnungsreisen ins Ausland, Leistungsschauen sowie Informationsreisen ausländischer Multiplikatoren und Einkäufer nach Deutschland.

Die Vorteile für KMU liegen auf der Hand: Auf zahlreichen Veranstaltungen im In- und Ausland erhalten sie Informationen aus erster Hand, treffen Geschäftspartner vor Ort und knüpfen belastbare Netzwerke.

Weitere Informationen zum Markterschließungsprogramm des BMWi sowie Hinweise auf anstehende Reisen und Veranstaltungen finden Sie auf unserer Seite zum Markterschließungsprogramm sowie unter www.ixpos.de/Markterschliessungsprogramm

Die Exportkreditgarantien des Bundes und das Markterschließungsprogramm des BMWi: zwei starke Partner, die künftig noch stärker zusammenarbeiten und so den KMU noch besser helfen können, international erfolgreich zu sein.

Koalitionsvertrag: Finanzierung von Small Tickets erleichtern –  Aussenwirtschaftsförderinstrumente weiterentwickeln

Kleine Geschäfte – große Finanzierungsprobleme: Vor allem KMU beklagen sich, dass es für kleinvolumige Exportgeschäfte (bis 5 Mio. Euro) zunehmend schwieriger wird, eine entsprechende Finanzierung zu bekommen.

Die fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten belasten den Mittelstand und wirken sich wachstumshemmend aus. Dies hat auch die Bundesregierung erkannt und will deshalb die Exportfinanzierung kleinvolumiger Geschäfte vereinfachen. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Eine wesentliche Aufgabe der Wirtschaftspolitik ist es daher, die Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen so zu gestalten, dass ihre Entwicklungs- und Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und Unternehmensgründungen ermöglicht werden. Dazu wollen wir beispielsweise die Exportfinanzierung bei kleinen Kreditsummen (Small Tickets) unbürokratischer und passgenauer gestalten. Wir wollen mittelständische Unternehmen fördern und durch stärkere Vernetzung Innovationen in diesem Bereich unterstützen.“

Darüber hinaus ist die Bundesregierung bestrebt, die Außenwirtschaftsförderinstrumente insbesondere mit Blick auf Afrika weiterzuentwickeln. Hierzu heißt es: „Wir wollen das Außenwirtschaftsförder-instrumentarium, insbesondere in Bezug auf neue Märkte und mit dem Schwerpunkt Afrika, weiterentwickeln. Wir nehmen bewusst die Zukunftsthemen des afrikanischen Kontinents in den Fokus – Digitalisierung, Innovation und Ausbildung – und setzen zu diesem Zwecke das Eckpunktepapier zur wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas um, u.a. durch die Stärkung privater Investitionen, Hermes-Bürgschaften und innovativer Finanzierungsinstrumente.“